Klappe, die Zweite
Schön wärs gewesen, wenn alles glatt gelaufen wäre…
Nur 4 Tage nachdem mein Sohn aus dem Krankenhaus entlassen wurde, bekam er wieder sehr hohes Fieber und starke Bauchschmerzen.
So stark, dass er sich nur noch gekrümmt hat und sich kaum aufrichten konnte.
Sofort bin ich mit ihm in die Notaufnahme gefahren und die haben ihn gleich wieder dort behalten, da sich in seinem Bauch ein Abszess gebildet hatte und sich freie Flüssigkeit im Bauch befand.
Eine Darmwand ist verdickt und der Darm hat in diesem Abschnitt keinerlei Bewegung gezeigt.
Es wurde gleich wieder von einer weiteren OP gesprochen, aber dann wollte man es doch erst wieder mit Medikamenten probieren.
Durch den Blinddarmdurchbruch (siehe Post vom 02. Januar) war ja Eiter in den Bauchraum gelaufen.
Der Bauch wurde ausgespült.
Außerdem bekam er Antibiotika gegen die Keime die sich im Bauch breit gemacht hatten und gegen die Infektion an sich.
Zu Hause bekam er dann weitere Antibiotika, aber das waren scheinbar nicht die Richtigen, so dass sich im Bauch ein Abszess bilden konnte.
In der Notaufnahme bekam mein Sohn sofort wieder einen Zugang gelegt und darüber gab man ihm Schmerzmittel sowie 2 verschiedene Antibiotikas.
Er hatte keine Kraft mehr, so dass ich ihn nur noch im Rollstuhl durchs Krankenhaus schieben konnte.
Am gleichen Abend bekam er noch starken Durchfall, aber er war total schwach auf den Beinen, so dass ich ihn bei jedem Toilettengang stützen musste.
Zumal er ja auch noch an zwei Infusionsautomaten gehangen hat…
Durch die starken Durchfälle die wie Wasser waren, äußerte man schnell den Verdacht, dass er sich zusätzlich noch einen Darmvirus, bzw. eine Darmerkrankung geholt haben könnte.
Daraufhin wurden 2 Stuhlproben genommen die auf Rota-Viren, Salmonellen, den Noro-Virus und weitere Viren untersucht wurden, und mein Sohn kam in ein Einzelzimmer zur Isolation.
Natürlich bin ich wieder die ganze Zeit bei ihm geblieben.
Nicht nur, dass es ihm sehr schlecht ging, er war auch noch ganz allein und durfte das Zimmer nicht verlassen.
Außerdem stand immer noch im Raum, ob er vielleicht ein weiteres Mal operiert wird.
Nach ein paar Tagen ging es ihm besser, aber ich bemerkte plötzlich einen starken Haarausfall bei ihm.
Natürlich habe ich die Ärzte darauf angesprochen, denn ich vermutete, dass das Nebenwirkungen sein könnten.
Aber den Ärzten sind bei den Medikamenten die er bekam, solche Nebenwirkungen nicht bekannt.
Nun wird angenommen, dass das eine Reaktion des Körpers auf die starke Entzündung im Bauch ist.
Die Ergebnisse der Stuhlproben trudelten nach und nach ein, aber nichts davon hat sich bestätigt.
Der Stuhlgang normalisierte sich, der Appetit kam wieder, die Schmerzen wurden weniger, das Fieber ging zurück, und so wurde er nach einer Woche wieder entlassen.
Wir waren so froh!
Aber ich war auch ein bißchen skeptisch, denn die Laborwerte haben sich nicht verbessert und auch im Ultraschall war keine Besserung zu sehen.
Natürlich habe ich den Ärzten meine Unsicherheit mitgeteilt, aber sie waren der Meinung, wenn es meinem Sohn besser geht, dann ist das Ausdruck genug für seine Genesung.
Er sei auf einem guten Weg…
Das war am Dienstag Morgen (10.01.)…
Am gleichen Vormittag wurde er dann entlassen, aber er muss weiterhin ambulant in der Poliklinik kontrolliert werden.
Mittwoch Morgen (11.01.) stand er auf und hatte schon wieder hohes Fieber! 
Ich war völlig fertig mit den Nerven.
Noch keine 24 Stunden zu Hause, und es ging schon wieder los.
Ich dachte ich dreh durch!
Sofort rief ich im Krankenhaus an und wollte mit einem Arzt sprechen, aber die Schwester am Telefon war nicht bereit mich zu verbinden, weil der Arzt ja schließlich keine Ferndiagnose stellen kann…
Ich war so stinkig! 
Ich wollte doch nur wissen, wie ich mich jetzt verhalten sollte, denn ich wusste mir keinen Rat mehr.
Aber die Schwester ließ nicht mit sich reden.
Wenn ich der Meinung bin, dass ein Arzt mein Kind sehen muss, soll ich mit ihm zum Kinderazt, oder wieder in die Notaufnahme gehen.
Das wäre ja nun wirklich kein Problem gewesen kurz mal einen Arzt an die Strippe zu holen, zumal die Ärtze meinen Sohn ja ganz gut kennen nach 2 Wochen Krankenhaus und täglichen Visiten!
Was sollte ich jetzt tun? 
Kennt Ihr das, wenn man sich total hilflos und allein gelassen fühlt?
Das war so ein Moment.
Mein Sohnemann fing an zu weinen, weil er nicht wieder in Krankenhaus wollte.
Er ist froh wieder zu Hause zu sein, und sagte immer wieder, dass er dieses Jahr erst 3 Tage zu Hause, und sonst nur im Krankenhaus war…
Als Mutter steht man da, und ist hin und hergerissen zwischen Mitleid und Vernunft.
Mein Herz sagte mir: “lass ihn zu Hause.”, aber mein Kopf sagte mir: “fahr ins Krankenhaus!”.
Das war eine furchtbare Situation.
Wenn er Schmerzen gehabt hätte, dann wäre ich wahrscheinlich gefahren ohne zu zögern, aber da er “nur” Fieber hatte, war ich sehr unsicher.
Obwohl ich weiß, dass das Fieber eine Reaktion auf die Infektion im Bauch ist…
Ich habe ihm dann erstmal ein fieberdenkendes Mittel gegeben, und wir haben uns darauf geeinigt, dass wir bis Nachmittags abwarten, wenn die Medikamente nachlassen, und sollte das Fieber wieder steigen fahren wir ins Krankenhaus.
Ich habe danach noch mehrmals Fieber gemessen, aber es ist nur leicht angestiegen.
Das hat mich aber nicht wirklich beruhigt. 
Und nun sitze ich hier und überlege, ob es doch besser gewesen wäre ins Krankenhaus zu fahren…
Ich habe Angst, dass die Infektion sich im Bauch weiter ausbreiten könnte.
Ich hoffe, dass es eine ruhige Nacht wird.
Obwohl ich innerlich sowieso total unruhig bin.
Und natürlich hoffe ich auch, dass morgen nicht wieder so ein schlechter Tag wird.
Am Freitag haben wir ja dann zum Glück schon den Termin in der Klinik.
Bis dahin hoffe ich, dass er weder Fieber noch Schmerzen bekommt.
Ich danke Euch fürs Lesen und für Eure lieben Kommentare zu meinem ersten Artikel.
Es tut gut, sich hier alles mal von der Seele zu schreiben.
Und nun werde ich mal versuchen zu schlafen.
Trotz meiner Unruhe…
Gute Nacht und liebe Grüße
Paola







Donnerstag, 12. Januar 2012 10:07
Liebe Paola,
ich habe gerade Deinen Post gesehen und bin ziemlich entsetzt, was Ihr -vor allem Dein Sohn- mitmachen müsst.
Ich möchte Dich nicht beunruhigen aber trotz des Bettelns Deines Sohnes würde ich vorsichtshalber doch in’s Krankenhaus fahren.
Gerade weil Eiter im Bauchraum war würde ich da nichts weiter riskieren wollen und auf Nummer Sicher gehen.
Ich drücke Euch fest die Daumen und denke an Euch!
Liebe Grüße
Uschi
Donnerstag, 12. Januar 2012 12:16
Ja so ist es wieder. MAn hört es oft. Meine Meinung? Fahr in ein ANDERES Krankenhaus zum Wohle deines Kindes. Wir haben hier in der Stadt auch so ein “TOP” Krankenhaus. Ich fahre lieber 15 min längen in ein anders. Ich drück euch die Daumen für baldige Besserung
Nadine
Donnerstag, 12. Januar 2012 13:05
Liebe Paola,
Denke an dich und wünsche dir viel Kraft. Hoffe, dass dein Sohn schnell ganz gesund wird.
Lieber Gruss
Melanie
Donnerstag, 12. Januar 2012 20:09
oh man, ich kann dich so gut verstehen. du hast bestimmt auch das hin und her auf meinem blog verfolgt das wir mit unserem sohn hatten seit letzten februar. 5 krankenhausaufenthalte und 3 schwere operationen seit einem unerkannten blinddarmdurchbruch. viele tage intensivstation in denen wir um sein leben gebangt haben. das hat uns so viel kraft gekostet und mein sohn ist zwar schon 13 aber traumatisiert. das letzte mal mußte er in den sommerferien operiert werden, wir waren gerade in frankreich als es ihm von jetzt auf gleich sehr schlecht ging. das waren die spätfolgen. ich wünsche euch viel kraft und bin in gedanken bei euch!
lg nadine
Donnerstag, 12. Januar 2012 20:13
Das tut mir ja leid zu lesen, was passiert ist, liebe Paola! Hoffe, dass es Deinem Sohn ganz bald wieder besser geht. Es muss schrecklich sein, sich Sorgen um sein Kind machen zu müssen.
Schicke Dir viel positive Energie und viele Genesungswünsche.
Ganz liebe Grüße
Fühl Dich umarmt
Swantje
Dienstag, 31. Januar 2012 12:43
Das ist wirklich nicht schön zu lesen…ich hoffe inzwischen geht es deinem Kleinen wieder besser und ihr habt das ganze überstanden. Ich finde es gibt nichts schrecklicheres als zu sehen, wie das eigene Kind leidet und man komplett machtlos ist und einfach nichts tun kann…
Beste Grüße